Funktionelle Medizin und Zellgesundheit

Viele chronische Erkrankungen stehen in Zusammenhang mit Störungen der zellulären Energie- und Regulationsprozesse. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Mitochondrien – die „Kraftwerke“ der Zellen –, die für die Bereitstellung von Energie in Form von ATP verantwortlich sind. Je nach Zelltyp befinden sich mehrere Hundert bis Tausende Mitochondrien in einer einzigen Zelle.

Damit diese Prozesse reibungslos ablaufen können, benötigen die Zellen eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff, Mikronährstoffen und antioxidativ wirksamen Substanzen. Auch eine funktionierende Verdauung und Nährstoffaufnahme sind dafür essenziell.

Chronische Entzündungen, langanhaltende Mangelzustände, erhöhter Bedarf an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, oxidative Belastungen, chronischer Stress, Infektionen, Umweltbelastungen sowie Störungen des Verdauungssystems können die zellulären Funktionen über Jahre hinweg beeinträchtigen. In der Folge kann es zu einer verminderten Energieproduktion, gestörter Regulation und langfristig zur Entwicklung chronischer Beschwerden kommen.

Im Rahmen der funktionellen Medizin liegt der Fokus daher auf dem Erkennen solcher Belastungs- und Mangelzustände sowie auf der gezielten Unterstützung der zellulären Funktionen – immer individuell angepasst und orientiert an den jeweiligen Ursachen.

Mögliche Anwendungsbereiche im Rahmen der funktionellen Medizin

Störungen der zellulären Energie- und Regulationsprozesse können bei sehr unterschiedlichen Beschwerdebildern eine Rolle spielen. Funktionell-medizinische Ansätze werden daher häufig begleitend eingesetzt, unter anderem bei:

  • Erschöpfungszuständen und Burn-out
  • chronischen Entzündungen und Infektanfälligkeit
  • Immun- und Autoimmunreaktionen
  • hormonellen Dysbalancen
  • Stoffwechsel- und Durchblutungsstörungen
  • neurodegenerativen und kognitiven Beschwerden
  • depressiven Verstimmungen
  • Allergien
  • orthopädischen Beschwerden mit verminderter Gewebeversorgung

Die Auswahl und Gewichtung der therapeutischen Maßnahmen erfolgt stets individuell und abhängig von der jeweiligen Ausgangssituation.

Therapeutischer Ansatz

Im Rahmen der funktionellen Medizin liegt der Fokus darauf, mögliche Belastungen und Defizite zu erkennen und die zellulären Funktionen gezielt zu unterstützen. Dazu können – je nach Befund – unter anderem gehören:

  • eine individuell angepasste Ernährungsstrategie
  • gezielte Mikronährstoff- und Antioxidantienzufuhr (oral oder als Infusion)
  • Unterstützung körpereigener Entgiftungs- und Regulationsprozesse
  • Förderung einer gesunden Darm- und Mikrobiomfunktion
  • Stabilisierung des Säure-Basen-Haushalts

Ziel ist es, die Regulationsfähigkeit des Körpers zu stärken und Voraussetzungen für eine verbesserte zelluläre Energie- und Stoffwechsellage zu schaffen.