Die moderne funktionelle Medizin betrachtet Gene nicht als festgelegtes Schicksal, sondern als biologische Disposition. Genetische Varianten können Hinweise darauf geben, wie Stoffwechselwege bevorzugt ablaufen, wo besondere Anforderungen bestehen und welche Regulationssysteme empfindlicher reagieren. Entscheidend ist dabei immer das Zusammenspiel von Genetik, Umwelt, Ernährung, Lebensstil und epigenetischen Einflüssen.

Die Intelligene® DNA-Analyse dient nicht der Diagnosestellung von Erkrankungen, sondern als Orientierungshilfe für eine individualisierte Präventions- und Therapieplanung.

Was wird mit dem Intelligene®-Test untersucht?

Der Test analysiert ausgewählte genetische Varianten (SNPs), die funktionell relevante Stoffwechsel- und Regulationssysteme betreffen, unter anderem:

Redoxsystem & antioxidativer Schutz

Gene, die Einfluss auf den Umgang mit oxidativem und nitrosativem Stress haben, z. B. SOD, CAT, GPX, NOS3. Diese Informationen können helfen, individuelle Anforderungen an antioxidative Schutzmechanismen besser einzuschätzen.

Entgiftung – Phase I und Phase II

Analyse genetischer Varianten von Enzymsystemen wie CYP-Isoenzyme, GST, NAT, SULT. Sie geben Hinweise darauf, wie körperfremde Stoffe, Medikamente oder Umweltbelastungen verarbeitet und weiterverstoffwechselt werden.

Methylstoffwechsel

Gene wie MTHFR, MTR, MTRR, MTHFD1 liefern Informationen über den Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel, der u. a. für Zellteilung, Entgiftung, Neurotransmitterbildung und epigenetische Regulation relevant ist.

Neuro- und Nervensystem

Untersuchte Gene (z. B. COMT, MAO-A, BDNF, APOE, NR3C1) stehen im Zusammenhang mit Stressverarbeitung, Neurotransmitterstoffwechsel, kognitiven Funktionen und emotionaler Regulation.

Immunsystem & Entzündungsregulation

Varianten u. a. in DAO, VDR, TNF-α, IL-6 können Hinweise auf individuelle immunologische Reaktionsmuster und Entzündungsneigungen geben.

Mikronährstoff-Stoffwechsel

Gene wie BCO1, NQO1, PEMT, BHMT, SLC19A1 geben Aufschluss darüber, wie bestimmte Vitamine und Mikronährstoffe verarbeitet, aktiviert oder benötigt werden.

Einordnung im funktionellen Kontext

Die Ergebnisse des Intelligene®-Tests werden niemals isoliert interpretiert. Sie fließen ein in die Gesamtbetrachtung aus:

  • Anamnese und klinischer Symptomatik
  • Laborwerten (z. B. Mikronährstoffe, Entzündung, Hormonstatus)
  • Darm- und Mikrobiomdiagnostik
  • Lebensstil-, Stress- und Belastungsfaktoren

Ein genetischer Befund beschreibt eine Neigung, keine zwangsläufige Entwicklung. Entscheidend ist, ob und wie diese genetischen Anlagen durch Umwelt- und Lebensstilfaktoren aktiviert oder kompensiert werden.

Therapeutische Ableitung

Aus der funktionellen Genanalyse lassen sich individuelle Schwerpunkte für Prävention und Therapie ableiten, zum Beispiel:

  • gezielte Ernährungsempfehlungen
  • individuell abgestimmte Mikronährstoffstrategien
  • Unterstützung von Entgiftungs- und Regulationssystemen
  • Anpassung von Stress- und Regenerationsstrategien
  • Longevity-orientierte Maßnahmen zur Unterstützung von Zell- und Mitochondrienfunktion

Ziel ist es, vorhandene genetische Ressourcen bestmöglich zu nutzen und potenzielle Schwachstellen frühzeitig auszugleichen.

Genetik, Epigenetik und Longevity

Gerade im Longevity-Kontext bietet die funktionelle Genetik wertvolle Hinweise darauf, wo präventive Maßnahmen besonders wirksam ansetzen können. Lebensstil, Ernährung, Bewegung und Stressregulation haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie Gene tatsächlich „gelesen“ werden.

Die Intelligene® DNA-Analyse unterstützt somit eine vorausschauende, individualisierte Medizin mit dem Ziel, Gesundheit, Belastbarkeit und Lebensqualität langfristig zu erhalten.